Ballhaus Pankow
Sanierung und partielle Rekonstruktion. Grabbeallee/ Tschaikowskistr. in Berlin-Pankow
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Historie

Das heutige Ballhaus Pankow an der Grabbeallee 51-53 entstand in seiner heutigen Form und Ausdehnung in mehreren Bauphasen.
Zunächst wurde ein einstöckiges Gebäude errichtet, das als Schankbetrieb genutzt wurde. Die Erbauung des Ballsaales geht wahrscheinlich in das Jahr 1892 zurück.
In den 1980er Jahren, in mehreren folgenden Bauphasen, entstanden die aufwendige Saalarchitektur mit Bühne, der Küchenanbau, ein Wintergarten, Fachwerkverkleidung in einem "englischen Landhausstil" und ein Musikpavillon. In den Jahren 1960-1990 wurde das Ballhausanwesen mit integriertem Wohngebäude, dem ursprünglichen Schankbetrieb, für industrielle Zwecke umgenutzt. Weitere Lagergebäude wurden angebaut und bis zum Jahr 1991 wurde die Anlage von metallverarbeitenden Gewerben genutzt.
Den ursprünglichen Name "Lindengarten“ erhielt der Restaurationsbetrieb aufgrund seiner Lage an der Lindenstraße, der heutigen Grabbeallee. Die Tschaikowskistraße trug zu der Zeit den Namen Kaiserin-Augusta-Straße. In späteren Jahren trug das Ballhaus die Namen Restaurant "Schloss Schönhausen" und nach seinem Besitzer auch Restaurant "Donath Schönhausen".
Auf einer Postkarte des 19. Jahrhunderts wird der Ballsaal mit seiner ehemaligen Innenausstattung zeichnerisch dargestellt. Die alte Gasbeleuchtung, d.h. die Lampen an den Pilasterschäften, und der große Lüster sind erkennbar. Über den Architekten und die Ausführenden der Innendekoration und Malerei des Saales lagen bei der Erstellung der Planung keine Informationen vor.

Restauration
Der, mit 400 qm Grundfläche, große und über 10 m hohe Ballsaal mit über 17m stützenfrei gespanntem Walmdach überragt die umlaufend angebauten Pultdachgebäude und das Wohnhaus deutlich. Ein Bühnenanbau bis zur westlichen Grenze und ein Anbau über die gesamte südliche Längswand waren die ursprünglichen Nebengebäude. Im Osten, zur Grabbeallee hin und auf der nördlichen Längsseite wurden, in Zusammenhang mit dem damaligen großen Biergarten, Holzfachwerkbauten mit großen Fenstern und reichen Holzverzierungen angefügt. Zwei kleine Satteldachanbauten signalisierten die Eingänge. Der bauliche Zustand aller Gebäude war im Jahr 1991 stark beschädigt und einsturzgefährdet. Die Ballhausanlage sollte mit der Rekonstruktionsmaßnahme auf ihre, ihrer damaligen Nutzung entsprechenden Baukörperform reduziert werden. Die Lagergebäude wurden abgerissen und die denkmalgeschützten Gebäude wurden saniert und rekonstruiert. Alle noch erhaltenen Stuck-, Metall- und Holzteile, Türen und Fenster, Farben und andere Materialien wurden vor Beginn der Bauarbeiten in einer Bestandsaufnahme erfasst und, wenn möglich, abgebaut und eingelagert. Das alte Ballsaalkerngebäude, der rückwärtige Bühnenanbau, die Anbauten an die südliche und nördliche Längswand blieben erhalten, die Mauerwerkswände wurden überarbeitet und ausgebessert. Die Dächer, außer dem Dach über dem Saal, wurden erneuert und mit Zinkblechdeckung versehen. Die Holzfachwerkwände wurden abgebaut und, soweit möglich, überarbeitet oder nach altem Vorbild erneuert.

Bis ins Detail
Während der schon fortgeschrittenen Sanierungsarbeiten am Ballhaus Pankow, wurde die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Ende Juni gebeten, eine Fassungsuntersuchung an Wänden und Fenstern vorzunehmen.
Im Zuge des ersten Ortstermins wurde die Deckenmalerei entdeckt. Zum Teil zeichneten sich die Motive durch den darüber liegenden Anstrich ab, bzw. waren kleinere Flächen von den dort arbeitenden Stuckateuren freigeschabt worden. Daraufhin wurde die Freilegung der vorhandenen Malerei, die Farbuntersuchung und anschließende Restauration an den aufsteigenden Wänden und an der Stuckdekoration von der FA. Ochsenfarth Restaurierungs GmbH unter der Leitung von Herrn Schlotmann durchgeführt.

Bauherr:
Dr. Heymann und Kreuels

Ausführungsplanung:
Boss & Frey Architekten GmbH

Bauleitung:
Dipl. Ing. Michael J. Zielinski

Naturwissenschaftliche Untersuchung:
Labor Dr. Kupfer

Statik:
Baukon GmbH

Haustechnik:
H.J. Fitz

Baukosten:
ca. 5.000.000 DM netto

Fertigstellung:
1995















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