Geschäftshaus in Böbingen
Neubau im ländlichen Raum mit ca. 1200qm Nutzfläche. Adlergasse in Böbingen, Baden-Württemberg.
 Beschreibung:  Daten:

Gegenstand

Anstelle des alten baufälligen Bauernhauses mit Scheune und Stall wurde ein Büro- und Geschäftshaus mit Rauminhalt 5.600 cbm, Grundfläche 590 qm und einer Geschossfläche von 1.180 qm errichtet.

Lage

Das Anwesen liegt im württembergischen Böbingen, im Ostalbkreis, eine Gemeinde mit ca. 4500 Einwohnern. Landschaftlich idyllisch am Albtrauf mit Blick auf die Alpenvorläufer angesiedelt. Verkehrlich an der B 29 zwischen Stuttgart /Schwäb. Gmünd und Aalen und der Bahnlinie Stuttgart / Nürnberg gelegen.

Gestaltung

Das Gebäude ist in 2 Baukörper gegliedert und städtebaulich so angeordnet, dass in SW/NO-Richtung das Hauptgebäude parallel zum Hang („Im Bietwang") verläuft und der Seitenflügel giebelständig an der Adlergasse die Straßenflucht aufnimmt. Die Architektur des Neubaus orientiert sich in Maßstäblichkeit und Materialverwendung an dem alten Bauernhaus und damit an dem regionalen traditionellen Dorfbild. Fenster mit Läden, Türen, große Tore, kleine Lücken, Vordächer, Schleppdachgauben, Fassadenflächen mit Brettschalung, Sockelbereiche in Natursteinmauerwerk, Bauteile in sichtbarem Fachwerk sowie Putzflächen sollen zusammen mit großen, einfachen und möglichst ungegliederten Dachflächen den Neubau in das traditionelle Dorfbild einfügen. Farblich ist das Gebäude durch große, matt naturrote Ziegeldachflächen, durch helle naturbelassene Holzkonstruktionen und Holzverkleidungen, durch helle Putzflächen und durch wenige Schaufenster-Verglasungen in Stahl sowie Dachgauben in Zinkblech gestaltet.

Nutzung

Ursprünglich war das gesamte Erdgeschoss als Gewerbefläche, z.B. ein SB- Markt, mit vorgelagerter Parkplatz- und Auffahrtsfläche geplant. In das Ober- und das Dachgeschoss des Gebäudes sollten Mietwohnungen eingebaut werden; jeweils 5 Stück pro Geschoss, je 3 Wohnungen in dem Gebäudeteil zum Hang hin, je 2 Wohnungen in den Seitenflügel an der Adlergasse. Die Kellerräume für die Wohnungen und die Technikräume wurden im EG als Pufferzone zwischen Hang und Gewerbefläche angeordnet. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt zum einen von der Privatstraße hangseitig aus und zum anderen von der Nordseite des Seitengebäudes aus. Später wurde, dem Nutzerwunsch entsprechend, das Gebäude, bis auf einen Friseurladen im Erdgeschoss, zur Büronutzung umgeplant.

Konstruktion

Die Fundamente, die Geschossdecken, die Treppen, die Ringbalken und die Stützwände am Hang sind in Stahlbeton hergestellt worden, die Außenwände in 36,5 cm Poroton, die tragenden Innenwände und Wohnungstrennwände in 24 cm KS-Mauerwerk. Die leichten Innenwände sind in 11,5 cm Mauerwerk bzw. als Trockenbauwände erstellt worden. Der Dachstuhl, ein Pfettendach, und die Gauben wurden als Holzkonstruktionen in Vollholz bzw. in Leimholz errichtet. Die raumseitige Bekleidung des Holzes erfolgte in Trockenbauweise.

Bauherr:
Privat

Entwurf / Ausführungsplanung / Bauleitung:
Boss & Frey Architekten GmbH

Statik:
Ingenieurgemeinschaft GWT

Baukosten:
ca. 2.000.000 DM netto

Fertigstellung:
2001












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